Mia Seeger Preis

Infektionsschutz Anzug

Design: Nadja Skorov
Prof. Pelin Celik
Prof. Sebastian Feucht

Die Fusion von Schutzbrille und Atemschutzmaske zu einem Element sorgt dafür, dass jegliche freie Fläche im Gesicht abgedeckt, bzw. geschützt ist. Das Schnittmuster und Design des Schutzanzuges sind so gestaltet, dass eine günstige Massenproduktion möglich ist. Das PSA-Set besteht aus einem Overall mit Rückeneinstieg, optimiertem Schnittmuster, Kaputzenöffnung passend zur Gesichtsvollschutzmaske und einer Kühlweste, welche stets unter dem Anzug und somit nah am Körper getragen wird. Anfallende Transportkosten und Müll werden mittels effizienter Nutzung der Materialien, Stapelbarkeit und geringem Platzverbrauch und der Wiederverwendbarkeit mancher Teile minimiert. Höchste Priorität hat die Sicherheit. Aus diesem Grund schließt die Kaputze des Overalls bündig mit der Maske ab. Ein häufig auftretendes Problem ist freiliegende Gesichtshaut und ein nach hinten rutschende Kaputze. Um dem entgegenzuwirken gibt es eine Einkerbung in die die Kaputze beim Anlegen des Overalls, eingelegt wird. Das Farbkonzept bestehend aus weiß und orange-rot dient gleichzeitig als Leitfaden und Anleitung beim Anlegen der PSA und als Indikator bei inkorrekter Nutzung.

Letzter Abschied - zwischen kulturellen Ritualen und hygienischen Restriktionen im Katastrophenfall

Design: Lena JacobiProf. Sebastian FeuchtProf. Pelin Celik

In Katastrophenszenarien geht es vorrangig um die Rettung von Menschenleben. Ein Thema, das bei der Planung und Durchführung von Hilfseinsätzen nicht viel Beachtung erfährt, ist der ­Umgang mit ­Verstorbenen. Würde und Pietät haben bei diesen herausfordernden Szenarien einen geringen Stellenwert. Trauerarbeit und die Bedürfnisse Hinterbliebener finden selten Beachtung. Anstelle von Zeremonien erfolgt eine Entsorgung. Die genutzten Leichensäcke entsprechen überdimensionierten Müllbeuteln. Dies führt nicht nur zu unnötigen Konflikten zwischen Helfern und der betroffenen Bevölkerung, sondern der fehlende, letzte Abschied stört, kulturübergreifend, den Trauerprozess von ­Angehörigen massiv. Diese Arbeit befasst sich mit dem gesamten Ablauf der Bestattung auch unter widrigsten Bedingungen im Katastrophenfall wie z.B. einer Epidemie mit hochinfektiösen Krankheiten unter Beachtung kultureller, sozialer, hygienischer und ökologischer Gesichtspunkte. Entstanden ist ein umfassendes Konzept für eine pietätvolle Abschiednahme im Katastrophenfall.

Prothese 2.0

Design: Lucas Balcilar
Prof. Pelin Celik
Prof. Birgit Weller

Die Prothese 2.0 untersucht ungenutztes technologisches Potential im Kontext mit dem Gebiet der Prothetik. Eine der wichtigsten Innovationen der Prothese ist die automatisierte Griffauswahl. Bei konventionellen Prothesen müssen die Nutzer den benötigten Griff manuell auswählen. Dies geschieht, bei den meisten Modellen, durch eine Kombination von Knopfdrücken und Muskelsignalen. Solch eine bewusste Auswahl des Griffs verhindert eine intuitive Nutzung. Bei der Prothese 2.0 analysiert eine, im Handgelenk verbaute Kamera, die Objekte, nach welchen der Nutzer greift. Dadurch kann sie durch machine learning eigenständig einen, zum Objekt passenden, Griff auswählen.
Eine weitere wichtige Funktion der Prothese ist das haptische Feedback. Bei bisherigen Prothesen fehlt dieses meistens. Ohne haptisches Feedback müssen die Nutzer die Griffkraft visuell abschätzen. Dies führt zu einer Entfremdung. Die Nutzer können sich nicht mit der Prothese identifizieren. Des Weiteren kann haptisches Feedback, nachweislich, auch Phantomschmerzen verringern.
Der dritte wichtige Punkt der Prothese sind die dazu passenden Überzüge. Bisher werden diese aus Silikon gefertigt. Die Silikonüberzüge bewirken oft den Effekt der Uncanney Valley und führen so dazu, dass sich andere Leute vor diesen ekeln. Um sowohl die Gummi-Puppen-Wirkung der Überzüge, als auch die Roboter/Cyborg-Wirkung der Prothese an sich zu verhindern, soll es zu der Prothese 2.0 diverse Überzüge aus Textilien geben. Durch diese Materialwahl, von der es der Mensch gewohnt ist sie am Körper zu tragen, kann der Nutzer die Prothese unauffällig in sein Erscheinungsbild eingliedern.